Schon seit einigen Gottesdiensten fällt mir der schöne Blumenschmuck vor unserem Altar auf...
Bunt und farbenfroh ausgeschmückt stehen auf schlichten Holzschemeln zwei Blumenschalen deren Form stark einer stromlinienförmigen Schiffsform ähneln. Die Augenblicke der besinnlichen Ruhe vor dem Gottesdienst regen mich zum Nachdenken an. Der Beginn eines Liedes drängt sich auf und wird zur Aufgabe meiner Recherche für die kommende Woche. „…ein Schiff, das sich Gemeinde nennt…“
Doch auch in der der Bibel findet sich manche Stelle, in der ein Schiff eine Rolle spielt. Die Arche Noah’s als ein Ort der Errettung; aber auch das Schifflein auf der Fahrt nach Bethsaida am anderen Seeufer als Ort der Angst und der Furcht, - bis Jesus ins Boot stieg.
Ein Schwabe, Martin Gotthard Schneider am 26. April 1930 in Konstanz am Bodensee geboren, so ergeben meine Recherchen, schrieb Text und Melodie zu diesem Lied.
Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit. Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.
Das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr.
Und immer wieder fragt man sich: Wird denn das Schiff besteh‘n? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergeh‘n?
Bleibe bei uns, Herr!
Bleibe bei uns, Herr,
denn sonst sind wir allein
auf der Fahrt durch das Meer.
O bleibe bei uns, Herr!
Das Schiff, das sich Gemeinde nennt, liegt oft im Hafen fest, weil sich’s in Sicherheit und Ruh bequemer leben lässt.
Man sonnt sich gern im alten Glanz vergang‘ner Herrlichkeit, und ist doch heute für den Ruf zur Ausfahrt nicht bereit.
Doch wer Gefahr und Leiden scheut, erlebt von Gott nicht viel. Nur wer das Wagnis auf sich nimmt, erreicht das große Ziel!
Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein, sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein.
Ein jeder stehe, wo er steht, und tue seine Pflicht, wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist.
Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, fragt man sich hin und her: Wie finden wir den rechten Kurs zur Fahrt im weiten Meer?
Der rät wohl dies, der andre das, man redet lang und viel und kommt – kurzsichtig, wie man ist – nur weiter weg vom Ziel.
Doch da, wo man das Laute flieht und lieber horcht und schweigt, bekommt von Gott man ganz gewiss den rechten Weg gezeigt!
Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit. Das Ziel, das ihm die Richtung weist, heißt Gottes Ewigkeit.
Und wenn uns Einsamkeit bedroht, wenn Angst uns überfällt: Viel Freunde sind mit unterwegs auf gleichen Kurs gestellt.
Das gibt uns wieder neuen Mut, wir sind nicht mehr allein. So läuft das Schiff nach langer Fahrt in Gottes Hafen ein!
Bleibe bei uns, Herr!
Bleibe bei uns, Herr,
denn sonst sind wir allein
auf der Fahrt durch das Meer.
O bleibe bei uns, Herr!
Doch zurück zu unserem eindrucksvollen Blumengesteck welches mich zum Nachdenken angeregt hat: Jedes Gemeindemitglied, ob groß oder klein, ob jung oder alt hat seinen Platz - und Gott kennt und liebt dich!
Das will auch ich nie vergessen!