"Nehmt Jesus in euer Gemeindeboot"
Am 23. August 2026 feierte unsere Gemeinde einen besonderen Gottesdienst mit Apostel Daniel Habich. Grundlage der Predigt war das Wort aus Markus 6,50–51, in dem die Jünger auf dem See in der Nacht mit starkem Gegenwind zu kämpfen haben und Jesus ihnen auf dem Wasser begegnet. Mit dem Eingangslied „Nimm Jesus in dein Lebensschiff“ und dem Chorlied „Brauchst du Kraft“ wurde bereits ein zentraler Gedanke des Gottesdienstes aufgegriffen: Woher nehmen wir Kraft für die Herausforderungen unseres Lebens und unserer Gemeinde?
Apostel Habich stellte zu Beginn die Frage: „Brauchst du Kraft?“ Oft wünschen wir uns von Gott ein Wunder, das unsere Last einfach beseitigt. Dabei übersehen wir manchmal die Kraft, die Gott uns bereits anbietet. Statt auf ein Wunder zu warten, sollten wir innehalten, in uns gehen und diese Kraft annehmen. Als Beispiel verwies der Apostel auf Jesus in Gethsemane: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Daraufhin kam ein Engel und stärkte Jesus. Auch wir dürfen die Hilfe und Kraft, die Gott uns schenkt, annehmen.
Unmittelbar vor dem Textwort wird im Markusevangelium von der Speisung der 5.000 Menschen berichtet. Bevor Jesus das Wunder tat, dankte er für das, was vorhanden war – obwohl es menschlich betrachtet viel zu wenig war. Daraus entstand die Frage: Bitten wir Gott immer nur um das, was uns fehlt, oder danken wir auch für das, was bereits da ist? Apostel Habich warnte zudem vor einem „Wunderglauben“. Jesus wirkte Wunder nicht, um eine Erwartungshaltung zu schaffen, sondern sparsam und gezielt.
Das Boot der Jünger wurde zum Bild für unsere Gemeinde. Jesus hatte die Jünger bewusst gemeinsam in ein Boot gesetzt. Auch wir sitzen als Gemeinde in einem Boot und haben unterschiedliche Aufgaben und Plätze. Gegenwind und Dunkelheit gehören dazu: Missverständnisse und Konflikte können entstehen, und auch von außen wird unser Glaube manchmal infrage gestellt. Doch gerade der Gegenwind kann uns zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gott lässt uns dabei nicht allein. Jesus sieht uns, betet für uns und begleitet uns – auch wenn wir ihn zunächst nicht erkennen.
Der Apostel richtete deshalb einen eindringlichen Appell an die Gemeinde: „Nehmt Jesus in euer Gemeindeboot!“ Jesus drängt sich nicht auf. Die Jünger schrien nach ihm, bevor er zu ihnen ins Boot stieg. Auch wir dürfen darum beten, dass Jesus in unserer Mitte präsent ist. Wo er gegenwärtig ist, wird es hell: Durch den Heiligen Geist können wir einander besser verstehen, Missverständnisse überwinden und uns von der Vergangenheit lösen. So können wir gemeinsam sicher unseren Hafen erreichen.
Hirte Klumpp ergänzte den Gedanken und machte Mut: Jesus hatte vom Berg aus das Boot und die Jünger stets im Blick. Ebenso sieht Gott unsere persönlichen Kämpfe, Sorgen und Lasten. Auch wenn wir manchmal nicht erkennen, ob etwas wirklich von Jesus kommt, gilt: Bleiben wir im Boot – es ist Jesus.
Zum Abschluss rief Apostel Habich dazu auf, Jesus wirklich in die Mitte unseres „Gemeindebootes“ zu stellen. Dabei sollen wir uns selbst nicht zu wichtig nehmen. Platz für Jesus entsteht nicht dadurch, dass andere Gemeindemitglieder „über Bord geworfen“ werden. Jeder Mensch ist wichtig und hat seinen Platz. Platz für Jesus schaffen wir vielmehr durch unsere Buße und indem wir ihn bewusst in unsere Mitte nehmen.
So blieb als eindrücklicher Gedanke dieses Gottesdienstes: Jesus ist mit uns im Boot. Vertrauen wir ihm, nehmen wir seine Kraft an und sorgen wir dafür, dass er immer in unserer Mitte bleibt.